Besatzfisch – Abschluss eines fünfjährigen Forschungsprojekts

Mit dem Projekt Besatzfisch sind Nachwuchswissenschaftler des Berliner Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei zusammen mit Anglervereinen über mehrere Jahre hinweg der Frage nachgegangen, wie Fischbesatz unter Berücksichtigung anglerischer Bedürfnisse auf ökologischer Ebene optimiert werden kann.

Diese Ergebnisse wurden am 22. November 2014 bei einer Abschlussveranstaltung für Angelpraxis, Wissenschaft, Fischereiverwaltung und Naturschutz in Hannover vom Projektteam vorgestellt. Projektleiter Prof. Dr. Robert Arlinghaus gab einen Überblick über die geleistete Projektarbeit. Daniel Hühn machte die Biologie rund um den Fischbesatz anschaulich. Er stellte unter anderem fest: Besatz nicht natürlich reproduzierender Fischarten in zum Überleben geeigneten Gewässern ist fischereilich gesehen meistens erfolgreich, während der Besatz von Fischen in reproduzierenden Beständen häufig (unbemerkt) misslingt. Thilo Pagel informierte über den Umfang von Besatz durch deutsche Angelvereine und Einstellungen zu Besatz von Gewässerwarten und Anglern. Mindestens 77 Millionen Fische (ca. 3.690 Tonnen) haben deutsche Anglervereine als Besatz in Binnengewässern ausgebracht. Allein für die Fische wurden 25 Millionen Euro ausgegeben – notwendiges Material oder gar ehrenamtlicher Einsatz etc. nicht mit eingerechnet.

Bei einer Posterausstellung rund um die Forschung zum Fischbesatz konnten die Besucher der Veranstaltung den Wissenschaftlern direkt ihre Fragen stellen. Eine Filmpremiere und die Berliner „Besatzfisch-Bühne“ fassten die Inhalte des innovativen Besatzfisch-Projekts kurzweilig zusammen. Das Projekt verdankt seinen Erfolg vor allem seinen Praxispartnern in vielen Anglervereinen. Der Landessportfischerverband Niedersachsen, der Sportfischerverband im LFV Weser-Ems  und der Deutsche Angelfischerverband beteiligten sich ebenfalls und unterstützten die Forschungsarbeiten. Sie alle und viele weitere Interessierte waren bei der Abschlussveranstaltung dabei.
Das Bildungsprojekt für nachhaltiges Fischereimanagement erhielt in diesem Jahr eine Auszeichnung als ein Vorzeigeprojekt von der deutschen UNESCO-Kommission. Das Besatzfisch-Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Bereich „Sozial-ökologische Forschung“.

Der Besatzfisch-Film über das Projekt ist gerade online gegangen, ebenso wie die Broschüre „Hand in Hand für nachhaltigen Fischbesatz“ mit reichhaltigen Hintergrundinfos zu zehn Besatzfisch-Kernbotschaften.

Quelle: DAFV, Philipp Freudenberg (Geschäftsführer des Deutschen Angelfischerverbandes e.V.)

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