Flaschenpost aus dem Rhein

Gestern gab es mal wieder einen außergewöhnlichen Fang am Rhein: Flaschenpost aus Bonn.

Nichtsahnend und vollkommen relaxed stand ich am gestrigen Vater-Feiertag auf einer Rheinbuhne in Köln und schneiderte so vor mich hin, als ich plötzlich ein sonderliches Objekt an mir vorbeitreiben sah. Lustig in den Wellen des Stroms wippend zog da eine Flasche mit verräterischem Inhalt vorbei. Die muss ich unbedingt rausfischen, dachte ich mir. Vielleicht hat da ja jemand ’ne Schatzkarte oder ’nen Blankoscheck auf Reisen geschickt. Meine Versuche, die Flasche durch Anwerfen mit einem meiner Kunstköder an Land zu verfrachten, scheiterten. So musste ich also warten und hoffen, dass die Strömung die vermeintlich wertvolle Fracht ans Ufer spült. Nach rund 20 Minuten war es dann auch soweit. Wie ein kleines Kind zu Weihnachten stand ich zappelnd am Strand und griff mir den Schatz. Schon der erste Blick genügte allerdings, um zu erkennen, dass ich mir so schnell doch keine neue High-Tech-Angelausrüstung kaufen kann.

Faschenpost ohne Geld, aber dennoch mit wertvollem Inhalt

Flaschenpost - BriefeIn der Flasche befanden sich offensichtlich mehrere Papier-Bögen. Auch eine Absender-Adresse war durch das Glas zu erkennen: Caritas Bonn. Meine Beute legte ich erstmal zur Seite und genoss noch ein paar ruhige Angel-Stunden am Wasser. Zuhause angekommen präsentierte ich sofort meine Errungenschaft und gemeinsam öffneten wir die geheimnisvolle Post. Zum Vorschein kamen zwei beschriftete und bemalte Din-A-4-Bögen sowie ein frankierter und adressierter Umschlag. Wie bereits angesprochen kommt die Flaschenpost aus Bonn. Abgeschickt wurde sie am 13.05.14 – also vor über zwei Wochen. Die Verfasser sind zwei Mädels, die am Projekt Balu und du teilnehmen. Bei dieser tollen Initiative geht es darum, dass sich junge Erwachsene (Balus) ein Jahr lang ehrenamtlich um Kinder (Moglis) und deren Belange kümmern. Ein Auszug von der Website www.balu-und-du.de:

„Das bundesweite Mentorenprogramm Balu und Du fördert Grundschulkinder im außerschulischen Bereich. Junge, engagierte Erwachsene übernehmen ehrenamtlich mindestens ein Jahr lang eine individuelle Patenschaft für ein Kind. Sie helfen ihm durch persönliche Zugewandtheit und aktive Freizeitgestaltung, sich in unserer Gesellschaft zu entwickeln und zu lernen, wie es die Herausforderungen des Alltags erfolgreich meistern kann. Die positiven Effekte des Programms werden durch die Wirksamkeitsforschung bestätigt.“

Eine prima Sache, wie ich finde. Der nette und lustig geschriebene Text sowie die von den Mädels gezeichneten Bilder haben zusätzlich dafür gesorgt, dass mein Frust darüber, dass ich die Angelgerätehersteller dieser Welt nun doch nicht leerkaufen kann, schnell verflog 🙂 Solche „Fänge“ wünscht man sich öfter!

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