Jona und der Wal oder Kambi und der Hecht

Seit einiger Zeit habe ich einen neuen Aquarienbewohner – Kambi, den Kamberkrebs.

So weit, so normal. In deutschen Haushalten leben schließlich Millionen von Krebsen und Garnelen der unterschiedlichsten Arten. Zu meinem Kambi bin ich jedoch auf eher ungewöhnliche Weise gekommen.

Kambi, der kleine Kämpfer

Kamberkrebs
Still alive: Kambi

„Gefunden“ habe ich den Flusskrebs in einem Hecht. Neben Kambi kamen noch zwei weitere Zehnfüßer beim Ausnehmen zum Vorschein. Denen ging es offensichtlich aber nicht mehr ganz so gut. Kambi hingegen sendete im Prinzip postwendend ein Lebenszeichen, nachdem ich ihn aus dem Magen des Hechtes herausoperierte. Er winkte mir mit seiner verbliebenen Schere entgegen und schien damit sagen zu wollen: Danke, Mann! Seit einigen Wochen lebt er nun in meinem Aquarium, in dem bis zu diesem Zeitpunkt nur noch einige Schnecken hausten. Er hat sich mittlerweile erfolgreich gehäutet und fängt bereits das Betteln an, wenn ich mich dem Becken nähere. Dieses Verhalten kenne ich noch von meinen Cherax, die ich jahrelang gehalten habe. Kambi preferiert eindeutig fleischliche Kost. Laub, Erlenzapfen, Holz und getrocknete Brennesseln lässt er links liegen. Einzig frischer Salat und Mais lockt ihn aus seiner Höhle. Mückenlarven, Fischreste und dergleichen zieht der feine Herr dem Gemüsegedöns aber jederzeit vor. Kambi ist jetzt ohne Scheren ca. 10 cm lang. Apropos – die verlorene Schere hat sich bei der letzten Häutung noch nicht neugebildet. Die verbliebene Zange reicht jedoch aus, dass der Schneckenbestand im Aquarium mittlerweile nur noch aus klitzekleinen Jungtieren besteht. Kambi hat sie mit seinem gesegneten Appetit allesamt zu Vollwaisen gemacht.

Der Hecht war übrigens 70 cm lang und stand gut im Futter. Was seine Leibspeise war, dürfte klar sein. Er selbst gab übrigens ein feines Mahl ab … mit leichter Flusskrebsnote.

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