Karpfenruten zum Brandungsangeln

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, aber ich halte (bestimmte) Karpfenruten zum Brandungsangeln durchaus für tauglich.

Karpfenruten_zum_BrandungsangelnIch gehe sogar noch ein Stück weiter. Für mich sind Karpfenruten über weite Strecken des Jahres die besseren Brandungsstöcke. Dass man mit den Wasserschwein-Gerten in der Regel hervorragend und vor allem weit werfen kann, ist bekannt. Meine Vorliebe für Karpenruten hat sich mit der Zeit entwickelt und ist natürlich rein subjektiv. Viele andere kommen sicherlich besser mit speziellen Brandungsruten zurecht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man für eine ordentliche Plattfisch- oder Dorschpeitsche erheblich mehr investieren muss, als für eine gut geeignete Karpfenrute. Nicht zuletzt ist dies für mich als sparsamen Möchtegernschwaben das Hauptargument, Karpfenruten zum Brandungsangeln zu benutzen.

Karpfenruten zum Brandungsangeln – mit leicht(er)em Gerät auf schwere Fische

Befüchtungen, dass die Süßwasserruten zu schwach auf der Brust sein könnten oder man damit nicht die gewünschten Wurfweiten erreichen kann, hatte ich zunächst auch. Diese sind aber unbegründet. Ich würde darauf wetten, dass jeder Karpfenangler, der regelmäßig am Weiher die Rute schwingt, weiter wirft als der übermotivierte Brandungsneuling mit seinem schweren 4,50-Meter langen Brandungsknüppel, den er nur schwer beherrschen kann. Bis man mit diesen Monsterlatten wirklich zurecht kommt, vergeht mehr als eine Saison. Was die benötigten Wurfgewichte angeht, so bin ich davon überzeugt, dass man selbst an der im Verhältnis rauheren Nordsee mit 150 bis 180 Gramm überwiegend gut zurecht kommt. Einige 3,5-lbs-Karpfenruten sind in der Lage, diese Gewichte zu werfen. Meine Razor-X-Ruten gehören bspw. zu jenen Stöcken, die diese Gewichte problemlos und weit hinausbefördern können und gleichzeitig mit einer überragenden Bissanzeige auftrumpfen. Ich bezweifel, dass es Brandungsruten für 80 € gibt, die Bisse ähnlich gut visualisieren können.

Ich kann darüber hinaus nur immer wieder betonen, dass es nicht kontraproduktiv ist, wenn sich Blei und Köder strömungsbedingt am Gewässergrund bewegen. Im Gegenteil. Erst bei meinem letzten Zeeland-Trip habe ich wieder festgestellt, dass auf die Rute mit dem leichteren Blei viel mehr Bisse kamen. Der Grund dafür ist für mich klar: Wittlinge, Dorsche, Wolfsbarsche und auch Platten sind Räuber. Sie stellen ihrer Beute vorwiegend aktiv nach. Ein über den Grund hüpfender Wurm wird von den Fischen natürlich besser wahrgenommen und gleichzeitig wird ein größeres Gebiet „abgefischt“.

Gründe, die für das Verwenden von Karpfenruten in der Brandung sprechen:

  • Bei gelegentlicher Nutzung muss kein neues Equipment angeschafft werden.
  • Geeignete Karpfenruten sind günstiger als Brandungsruten, die sämtliche Kriterien erfüllen.
  • Hohe Wurfweiten, wenn man sein Gerät kennt und regelmäßig nutzt.
Brandungsangeln
Die Brandungsrute hat Pause. Die Karpfenrute fängt schon genug!

Gründe, die gegen die Verwendung von Karpfenruten in der Brandung sprechen:

  • Mit kräftigen Brandungsruten können höhere Gewichte geworfen werden. Es sei denn, man verwendet Spod- bzw. Marker-Karpfenruten, bei denen jedoch Aktion und Bisserkennung zu wünschen übrig lassen.
  • Die Wurfweiten mit sehr hochwertigen Brandungs-Setups (Rute, Rolle, Schnur) sind bei entsprechender Verwendung höher.
  • Brandungsruten sind i.d.R. noch eine Spur robuster.

Auch für diesen Erfahrungsbericht gilt natürlich, dass er nur meine persönlichen Erfahrungen und Vorlieben widerspiegelt und dass diese ggf. (noch) nicht der Weisheit letzter Schluss sind 😉 Er soll vor allem Mut und Lust machen, sich auf die Meeresfische in der Brandung zu stürzen, auch wenn man nur (robustes) Carp-Tackle zur Verfügung hat.

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