Mohn-Barsche

Je nach Gewässer kommt es mehr oder weniger regelmäßig vor, dass man beim Angeln einen dieser Mohn-Barsche erwischt.

Mohn-BarschDoch was genau sind eigentlich Mohn-Barsche und warum sehen sie so aus? Den Begriff Mohn-Barsch gibt es so eigentlich nicht. Als ich den ersten Barsch aus dem Rhein am Haken hatte, der am ganzen Körper mit den kleinen schwarzen Punkten übersät war, habe ich ihm einfach diesen Namen verpasst.

Verantwortlich für das merkwürdige Aussehen sind Saugwürmer (Trematoda), die sich zwischen den Schuppen und unter der Haut des Fisches einnisten und dort schmarotzend leben. In der Regel dringen sie bis zum Auge des Wirtstieres vor, wo sie sich zu einem weiteren Larvenstadium entwickeln und dort bis zu vier Jahre überlebensfähig sind. Laut Literatur zeichnen sich befallene Fische durch eine deutliche Augentrübung und fehlenden Augendrehreflex aus, was ich allerdings nicht beobachten konnte. Das Bild bestägt dies.

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Verschiedenste Formen von Saugwürmern treten übrigens in allen Teilen der Welt auf. Eben überall dort, wo es Wirtstiere gibt. Bei dem „Mohn-Körnchen“ handelt es sich um den sogenannten Wurmstar (Diplostmum spathaceum). Dessen Larven befallen diverse Fische, neben Barschartigen vor allem Cypriniden und Salmoniden. Laut dem Ratgeber „Gesunde Fische“ kann die dritte Larve (Metacercarie) die Sehkraft des Fisches bis hin zur letztendlichen Erblindung beeinträchtigen, wodurch der Fisch zwangsläufig zur leichten Beute für andere Räuber wird.

Kann man Mohn-Barsche verzehren?

Grundsätzlich können befallene Fische problemlos verzehrt werden, da sich die Parasiten nicht im Fleisch des Fisches befinden und auch keine Erreger oder sonstiges hinterlassen. Wer ganz sichergehen will beim Verzehr nicht auf ein „Mohn-Körnchen“ zu stoßen, kann den Fisch einfach häuten.

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