Neue Arten durch Salzwassereinbruch in Ostsee

Der neuerliche Nordsee-Salzwassereinbruch in die Ostsee verdrängt sogenannte Todeszonen des Gewässers.

WolfsbarschDarüber freuen sich alte wie neu „hinzugezogene“, bzw. wiederkehrende Arten, wie bspw. Buckelwale oder Mondfische. Auch Angler und Fischer freuen sich über die Sauerstoffkur. Ein Hobbyangler (87) aus Scharbeutz war bspw. den Tränen nah, als er im Spätsommer 2014 den ersten Ostsee-Wolfsbarsch in seiner rund 75 Jahre langen Anglerkarriere in der Lübecker Bucht fing.

Hintergrund: Salinität der Ostsee

Der Salzgehalt (die Salinität) der Ostsee fällt in Richtung Osten ab. Er liegt in der Beltsee im Westen bei 19 PSU (1,9 %) und im nordöstlichen Teil (Bottenwiek und Finnischer Meerbusen) nur noch zwischen 5 bis 3 PSU (0,5 % bis 0,3 %). (Im Vergleich dazu erreicht der Salzgehalt des Atlantiks und der nördlichen Nordsee 3,5 %.) Der Rückgang des Salzgehalts verläuft dabei nicht kontinuierlich, sondern stufenweise. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass das Bodenprofil der Ostsee eiszeitbedingt aus Becken und Schwellen besteht. Das größte Gefälle der Salzkonzentration ist im Bereich der Darßer Schwelle nördlich von Rostock zu finden, die die Grenze zwischen Beltsee und Arkona-Becken bildet. Westlich davon beträgt die Salinität etwa 1,7 %, östlich nur 0,8 %.

Wegen des hohen Süßwassereintrags und der geringen Verdunstung der Ostsee ist ihr Salzgehalt größtenteils auf den Wasseraustausch mit dem Weltmeer zurückzuführen. Da Salzwasser schwerer ist als Süßwasser, findet zudem eine Schichtung des Seewassers statt. Besonders viel Salz findet sich im tiefen Wasser unterhalb von 60 bis 70 Metern. In den Belten und Sunden gibt es eine Oberflächenströmung mit geringem Salzgehalt von der Ostsee zum Kattegat und eine Tiefenströmung salzreichen Wassers aus dem Kattegat in die Ostsee. Über drei Viertel des Wasseraustausches finden durch den Großen Belt statt und etwa 9 % durch den Kleinen Belt. Durch die Schwellen- und Beckenstruktur des Ostseebodens bleibt aber ein beachtlicher Teil des Salzwassers im Becken der Beltsee zurück und dringt nicht weiter nach Osten vor.

Zeitliche Schwankungen der Salinität kommen durch stürmische Perioden zustande, die den Wasseraustausch durch die Meerengen beschleunigen, und durch große Niederschlagsmengen, die den Süßwassereintrag (im Mittel 500 km³/Jahr) vermehren. So kommt es bei starkem Südwest-Wind dazu, dass viel Wasser in die nordöstliche Ostsee gedrückt wird und der Wasserstand in der westlichen Ostsee sinkt; gleichzeitig entsteht im Skagerrak ein Sturmhochwasser, und Nordseewasser läuft über die Beltsee in die Ostsee. Damit gelangen sowohl Salz als auch Sauerstoff in das Tiefenwasser der Ostsee. Gibt es über längere Zeit keinen neuen Zustrom, wird der Sauerstoff von den Organismen aufgebraucht. Es bildet sich giftiger Schwefelwasserstoff, der zum Beispiel Fischeier oder Larven abtötet.

Quelle: Wikipedia

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