Rückblick auf die Angelmesse in Dortmund

Auf der Angelmesse in Dortmund, der Fisch & Angel 2015, konnte ich in der vergangenen Woche einige Eindrücke gewinnen, die ich an dieser Stelle widergeben möchte.

Wie im letzten Jahr fand die Fisch & Angel 2015 gleichzeitig zur Jagd & Hund in den Dortmunder Westfalenhallen statt. Den Ausstellern und Besuchern der Angelmesse standen die drei Hallen 2, 2N und 3A zur Verfügung. Angesichts des doch recht überschaubaren Besucheraufkommens am Freitag, 6. Februar, waren die Räumlichkeiten sicherlich ausreichend. Als Besucher hatte man die Wahl zwischen einem Ticket für die Angelmesse oder einem Ticket für die Jagd & Hund, die zum Betreten beider Messen berechtigte. Dadurch tummelten sich zwischen Rutenständern und leckmichambarschshirttragenden Jugendgruppen eben auch diverse Vierbeiner.

Messe für Spinner

Angelmesse Fisch und Angel 2015Nach einem ersten Rundgang stellte ich fest, dass die Angelmesse in Dortmund zwar von (fast) allem etwas bot, der Schwerpunkt aber eindeutig auf dem Spinnfischen bzw. Kunstköderangeln lag. Mir als leidenschaftlichem Spinner kam dieser Umstand natürlich zupass. Fündig wurde der geneigte Käufer an allen Ecken und Enden. Diverse Internetshops und Angelgeschäfte waren zugegen, die ihre Waren – nicht selten als besondere Messeschnäppchen ausgezeichnet – an den Kunden zu bringen versuchten. Wie ich im Verlauf des Tages beobachten konnte, klappte das auch überraschend gut. Immer mehr Besucher liefen mit Tüten, Ruten und Keschern bepackt durch die Räumlichkeiten. Besonders beeindruckend gestaltete sich für mich der Anblick von Halle 2N. Während die eine Hälfte der nicht gerade kleinen Halle von mehreren verschiedenen Ausstellern belegt war, so dominierte die andere Hälfte ein einziger Anbieter: Angel Ussat. Mir erschien es, als hätte Uli Beyer nicht nur sein komplettes Geschäftsinventar zur Messe angekarrt, sondern auch all seine Lagerbestände mit dazu. Ich weiß nicht, wieviele tausend Ruten und Rollen da im Ussat-Imperium auf Käufer warteten, aber es waren eine Menge! Hinzu kam eine kaum überschaubare Anzahl an Zubehörartikeln und (Gummi-)Ködern. Letztere dürften sich zahlenmäßig im sechsstelligen Bereich bewegt haben – was man beim Betreten der Halle leider auch roch. Uli Beyer, der Raubfischguru vom Möhnesee, selbst saß oft am Kopf seiner Ausstellfläche an einem Arbeitstisch, baute Stahlvorfächer und gab interessierten Messebesuchern bereitwillig Auskunft über dies und das. Dazwischen führte er am großen Schaubecken einige Köder und deren korrekte Handhabe vor und erklärte, warum (für ihn) das Angeln mit Wobblern trotz des höheren Anschaffungspreises günstiger ist als die Gummifischangelei.

Highlights und Erwähnenswertes von der Fisch & Angel 2015

Auf der Angelmesse in Dortmund tummelten sich diverse kleinere, aber auch größere Händler und Hersteller von Angelgerätschaften. Viele Stände verfügten über kleine Schaubecken, an denen die Händler ihre Köder präsentierten. Hinzu gesellten sich Vereine und Verbände. Der ASV Dortmund bspw. warb mit ermäßigten Gebühren, auf der Ausstellfläche des Fischereiverband NRW konnte man verschiedene Fischarten im Aquarium bewundern und es wurde löblicherweise auf das massive Problem der Krebspest hingewiesen, die unsere heimischen Krebsbestände bedroht. Beim Jedermanncasting in Halle 3A konnte jeder Besucher sein Wurfgeschick testen und sich entsprechende Tipps von den Profis holen. Auch der Paul-Parey-Verlag, u.a. Herausgeber von „Fisch und Fang“ sowie „Der Raubfisch“, ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, mit seinen Lesern in Kontakt zu treten.

FliegenbindenFreunde des Fliegenfischens hatten die Möglichkeit, professionellen Fliegenbindern bei ihrer mitunter filigranen Arbeit über die Schulter zu schauen. Die Künstler zeigten sich den Besuchern gegenüber sehr kommunikativ und auskunftsfreudig. Auch ich kam mit einem der Fliegenbinder ins Gespräch, bei dem er mir u.a. die Vorteile von Fliegen mit verbauten Gelenken näherbrachte. Da er mir in seinem Mini-Schaubecken auch gleich die Vorzüge bestimmter Fliegen beim Dropshotangeln demonstrierte, war für mich schnell klar, was ich mir demnächst zulegen und womit ich herumexperimentieren werde.

Am bereits erwähnten großen Schaubecken gaben sich neben Uli Beyer auch der niederländische Raubfisch-Spezi Bertus Rozemeijer sowie die Fly-Fishing-Experten Jürgen Friesenhahn und Hans Spinnler die Ehre. Aktiv-Angler kamen bei den Vorführungen voll auf ihre Kosten und konnten den einen oder anderen Profi-Tipp abstauben.

Großen Zulauf konnte auch ein Fischzuchtbetrieb verzeichnen, der zum einen für das leibliche Wohl der Messebesucher sorgte und zum anderen Filetier- bzw. Fischzubereitungsworkshops gab. Das besondere dabei war die anschließende Verköstigung. So kam ich erstmals in meinem Leben dazu, in Bierteig ausgebackenen Karpfen zu probieren. Ich mag es ja gar nicht laut sagen, aber das Wasserschweinchen war richtig lecker! So lecker, dass mir sofort mein mit Karpfen gut bestückter „Haus-See“ in den Sinn kam. Mittlerweile habe ich diesen Gedankengang zum Glück wieder verworfen. Es gibt genug andere Fische, um die ich mich kümmern will.

Vorträge bekannter Angler auf der Angelmesse in Dortmund

Fisch und Angel 2015 _ 2Worauf ich persönlich sehr gespannt war, waren die Vorträge einiger Szenegrößen im sogenannten Fischerei- bzw. Meeresforum, von denen ich drei hervorheben möchte. Zum einen ist das mein „Liebling“ – Horst Hennings. Dieser hat den Besuchern des Meeresforums in bekannt ulkiger aber nicht minder informativer Art verschiedene Ausschnitte seiner Skandinavienreisen präsentiert und erklärt, worauf es bei dieser Art der Angelei ankommt. Im Anschluss hatte er für alle Interessierten ein offenes Ohr, gab weitere Tipps und verteilte Infomaterial.

Im Fischereiforum in Halle 2 hatte die zur Zeit wohl bekannteste deutsche Anglerin, Babs Kijewski, ihren Auftritt. Das Thema – Huchenangeln in der Mongolei – klang doch sehr vielversprechend. Und obwohl man der Referentin anmerkte, dass Vorträge vor einem größeren Publikum nicht zu ihrem Alltagsgeschäft gehören, hat sich der Besuch vollends gelohnt. Verantwortlich dafür waren die z.T. grandiosen Bilder des Films mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und tollen Fischen, den sie uns in Ausschnitten vorführte … und kommentierte. Es ist davon auszugehen, dass der komplette Film Huchenangeln in der Mongolei demnächst auf DVD oder als Beilage in einem Angelmagazin erscheinen wird. Meine Empfehlung: Anschauen!

Den dritten Vortrag, auf den ich eingehen möchte, hielt Sebastian Hänel. Der Titel Räuber unterm Kiel! Vertikal im Stausee verriet schon, in welche Richtung es gehen würde. Die Thematik Angeln vom Boot auf Zander war jedoch nicht das einzige, worauf Hänel einging. In lockerer und mitunter flapsiger Art wies er bspw. darauf hin, dass er u.a. aufgrund seines momentanen Erfolges mit dem Release der Zanderkant-Rute unter erheblichem Termindruck stehe und kaum noch ans Wasser komme. Darüber hinaus sprach er in der doch recht kurzen Zeit verschiedene Problematiken an, wie bspw. die immer klarer werdenden Gewässer, wofür neben mehr oder weniger natürlichen Ursachen nicht selten der gezielte Einsatz von Aluminiumsulfat verantwortlich sei. Ebenso ging Hänel intensiv auf das Verhalten und den Lebensraum sowie die bevorzugten Standplätze des Zanders in den verschiedenen Jahreszeiten ein und verwies bezugnehmend auf letzteres auf die veränderten Windverhältnisse im Winter. Auch wenn niemand nichts genaues weiß – da macht sich jemand Gedanken.

Die Frage aller Fragen: Konnte man auf der Messe in Dortmund Schnäppchen machen?

Die Frage kann ich kurz und knapp beantworten: Ich habe keine gesehen. Die Preise, die ich verglichen habe, gehörten eher in die Kategorie Apotheke als in die Kategorie Angebot. Diese Tatsache hat mich entscheidend in meinem Bestreben unterstützt, nichts zu kaufen. Das einzige, was ich mir einfach gönnen musste, da ich nun mal im Pott war, war eine Currywurst.

Angelmesse Fisch und Angel 2015Zwei besondere Ruten möchte ich aber dennoch erwähnen. Das ist einmal die GLADIUS von Jörg Strehlow. Ich hatte bereits vor dem Besuch der Messe gehofft, dass ich die Rute mal in die Hand nehmen kann. Und so kam es dann auch. Ob sie den Preis von rund 550 € wirklich wert ist, weiß ich nicht, aber sie hat einen wirklich hochwertigen Eindruck gemacht. Angetan war ich insbesondere von dem unscheinbaren Look, dem luxuriösen und haptisch angenehmen Korkgriff sowie dem unglaublich geringen Gewicht dieser laut Strehlow bis 80 Gramm werfenden Rute.

Die andere Rute, von der ich zuvor noch nie etwas gehört hatte und die mich äußerst positiv überrascht hat, war die neue Version der Byron Mammoth. Ich hielt die Rute eigentlich nur kurz in der Hand, als ein Mitarbeiter dieses Messestandes auf mich zukam und mir infolge sämtliche Besonderheiten dieser Rute theoretisch wie praktisch demonstrierte. Man findet an dem Stecken zwar keine Fuji-Ausstattung, aber Blank und Ausgewogenheit machten auf mich einen fantastischen Eindruck. Angesiedelt war das 2,10 Meter lange Modell der Mammoth bei rund 160 € (Messepreis).

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